Personalvermittlung in Deutschland
Personalvermittlung ist für viele Unternehmen ein wichtiges Instrument, um offene Stellen effizienter zu besetzen - insbesondere bei Fachkräftebedarf und schwer erreichbaren Kandidaten. Der Erfolg eines Unternehmens hängt nicht zuletzt vom Personal ab. Gute Mitarbeiter zu finden, ist eine der wichtigsten Aufgaben jedes Unternehmens.
Die Auswahl und Rekrutierung passenden Personals gehört jedoch nicht immer zu den Stärken der eigenen Führungskräfte. Genau aus diesem Grund nutzen viele Unternehmen das Angebot von professionellen Personaldienstleistern.
Was ist Personalvermittlung
Unter dem Begriff Personalvermittlung versteht man die Vermittlung von geeignetem Personal an einen Arbeitgeber. Der Begriff definiert den dahinterstehenden Prozess somit bereits sehr gut. Die Finanzierung erfolgt bei der klassischen Personalvermittlung in der Regel über das suchende Unternehmen, das offene Stellen besetzen möchte und für die erfolgreiche Vermittlung ein Honorar zahlt.
Bei der Definition treten jedoch Missverständnisse auf. So ist es wichtig, Personalvermittlung von Arbeitsvermittlung abzugrenzen. Arbeitsvermittlung kann durch öffentliche Stellen wie die Bundesagentur für Arbeit oder durch private Arbeitsvermittler erfolgen und richtet sich häufig an Arbeitssuchende. Private Arbeitsvermittlung kann über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden; bei klassischer Personalvermittlung trägt in der Regel das suchende Unternehmen die Kosten.
Unternehmen nutzen den Prozess der Personalvermittlung
Arbeitsvermittlung und Personalvermittlung überschneiden sich teilweise; in der Praxis bezeichnet Personalvermittlung meist die Suche nach Kandidaten im Auftrag eines Unternehmens. Die Gründe für die Beauftragung sind vielfältig und liegen häufig darin, dass der Recruiting-Aufwand zu hoch ist oder intern nicht genügend Kapazitäten oder passende Suchkanäle vorhanden sind. So wird ein Personalvermittler beauftragt, der den Bedarf an Personal möglichst schnell und qualitativ gut decken soll.
Wird Personal nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt, kommt häufig Zeitarbeit zum Einsatz. Zeitarbeit ist allerdings keine Personalvermittlung im engeren Sinne, sondern Arbeitnehmerüberlassung: Der Mitarbeitende bleibt beim Personaldienstleister angestellt und wird dem Kundenunternehmen vorübergehend überlassen. Sowohl un- oder angelernte Arbeitskräfte als auch qualifizierte Fach- und Führungskräfte lassen sich über Personaldienstleister rekrutieren - der Prozess der Personalvermittlung wird über alle Berufsgruppen und Branchen hinweg genutzt.
So funktioniert Personalvermittlung
Zu Beginn des Prozesses wird ein Personaldienstleister mit einer Personalvermittlung beauftragt. Dies geschieht in der Regel vonseiten eines Unternehmens, das einen Bedarf an Personal hat und die Rekrutierung nicht selbst durchführen kann oder möchte. Der Personaldienstleister, die Personalberatung oder - bei zusätzlicher Dienstleistung - ein Zeitarbeitsunternehmen bespricht dann mit dem Ansprechpartner alle Anforderungen an den künftigen Mitarbeiter. Anschließend sucht der Personaldienstleister passende Kandidaten für die zu besetzende Stelle. Dabei sind verschiedene Vorgehensweisen üblich: Auswahl aus einem eigenen Bewerber-Pool, eigene Stellenanzeigen oder direkte Ansprache geeigneter Personen.
Sobald ein passender Kandidat gefunden wurde, wird er dem Unternehmen vorgestellt. Der Personaldienstleister organisiert oder begleitet den Kontakt bzw. das Vorstellungsgespräch. In diesem Gespräch zeigt sich, ob Anforderungen und Kandidatenprofil zusammenpassen. Im Erfolgsfall wird ein Arbeitsvertrag geschlossen, und der Mitarbeitende wird direkt beim suchenden Unternehmen angestellt. Je nach Vertragsmodell endet die Hauptleistung mit der erfolgreichen Besetzung; häufig gibt es jedoch Nachbetreuung oder Garantie- bzw. Nachbesetzungsregelungen.
Aufgabe des Personalvermittlers ist es also, passende Kandidaten zu identifizieren, vorzuqualifizieren und dem Unternehmen vorzustellen. Passt das erste Profil nicht, sucht er weiter - je nach Auftrag und Vertragsmodell, bis passende Kandidaten vorgestellt oder die Stelle besetzt ist. Bei erfolgsbasierter Personalvermittlung wird häufig eine Provision fällig, die sich am Jahresbruttogehalt orientiert; möglich sind aber auch andere Honorar- oder Retainer-Modelle.
Direkte Personalvermittlung – was das bedeutet
Unter dem Begriff der direkten Personalvermittlung versteht man die Vermittlung zwischen einem Arbeitnehmer und einem suchenden Unternehmen. Häufig wird die direkte Personalvermittlung verkürzt einfach als Personalvermittlung bezeichnet. Direkte Personalvermittlung kann durch Personaldienstleister, Personalberatungen oder Zeitarbeitsunternehmen als zusätzliche Dienstleistung angeboten werden. In allen Fällen wird ein passender Mitarbeiter für eine zu besetzende Stelle gesucht.
Trotz Ähnlichkeiten sind die Modelle rechtlich unterschiedlich: Während bei Zeitarbeit ein Einsatz im Kundenunternehmen erfolgt und das Arbeitsverhältnis beim Verleiher bleibt, führt Direktvermittlung zu einem Arbeitsvertrag direkt mit dem suchenden Unternehmen.
Stellenangebote vom Personalvermittler
Die Stellenangebote, die einem Personalvermittler zur Verfügung stehen, stammen in der Regel aus unterschiedlichen Quellen. Viele Personalvermittler haben bereits einen eigenen Pool an Bewerbern, sodass sie bei einem neuen Auftrag zunächst die bestehende Kartei durchsuchen können. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich der Personalvermittler aktiv auf die Suche begibt. Vor allem im Bereich hoch qualifizierter Fach- und Führungskräfte ist es üblich, dass Personalvermittler aktiv geeignete Kandidaten ansprechen, auch wenn diese aktuell beschäftigt sind.
Die klassische Stellenanzeige
Ein Weg, den ebenfalls viele Personalvermittler nutzen, ist die klassische Stellenanzeige. Das bedeutet, dass der Personalvermittler selbst ein Stellenangebot ausschreibt, um passende Bewerber anzulocken. In der Praxis ist es dann so, dass der Personalvermittler alle wichtigen Informationen erhält, welche für die Stellenausschreibung wichtig sind. Der Personalvermittler wird ohnehin über alle Anforderungen, die an den Bewerber gestellt werden, aufgeklärt, sodass er eigenständig eine Stellenausschreibung vornehmen kann. So erhält er gleich zahlreiche potentielle Kandidaten, aus denen er dann einige auswählen kann, um diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Erscheint ein oder mehrere Kandidaten geeignet, so vereinbart der Personalvermittler einen Termin mit dem jeweiligen Unternehmen.
Des Weiteren präsentiert sich ein Personalvermittler in der Regel mit einem eigenen Internetauftritt. So erreichen ihn auch Anfragen von Unternehmen, die einen Auftrag zur Personalvermittlung erteilen möchten. Mit einer entsprechenden Online- oder Offline-Präsenz schlägt ein Personalvermittler zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen erhält er mehr Anfragen von Unternehmen, die an einer Personalvermittlung interessiert sind. Zum anderen kann er die Präsenz nutzen, um Bewerber für passende Stellen zu erreichen.
Was es bei der Personalvermittlung zu beachten gibt
Da es sich bei der Personalvermittlung um eine Dreiecksbeziehung handelt, sollte darauf geachtet werden, dass die Anforderungen aller Beteiligten berücksichtigt werden. Die Aufgabe eines Personaldienstleisters besteht darin, Unternehmen und passende Kandidaten zusammenzuführen. Ein gutes Matching berücksichtigt sowohl die Anforderungen des Unternehmens als auch die Erwartungen des Bewerbers. Neben einem guten Arbeitsklima sind dabei auch weitere Aspekte wie eine marktgerechte bzw. vertraglich passende Entlohnung und faire Arbeitsbedingungen wichtig, damit der neue Mitarbeiter sich im Unternehmen wohlfühlt.
Eigene Bedürfnisse klar kommunizieren
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, hat der Personalvermittler gute Arbeit geleistet und wird vom Auftraggeber entlohnt. Damit das gut funktioniert, sollte jede Partei klar kommunizieren, was sie braucht. Wer sich bei einer Personalvermittlung bewirbt, sollte deutlich machen, welche Erwartungen an die nächste Stelle bestehen. Ebenso ist es unerlässlich, dass Unternehmen klar definierte Stellenbeschreibungen liefern. Je detaillierter, desto besser - denn je mehr Informationen ein Personaldienstleister über Unternehmen und Kandidaten hat, desto gezielter kann er vorgehen.
Wer bezahlt den Personalvermittler
Der Personalvermittler wird in der Regel von dem Unternehmen bezahlt, das den Auftrag erteilt. Der Arbeitnehmer trägt bei klassischer Personalvermittlung üblicherweise keine Kosten. Bei privater Arbeitsvermittlung für Arbeitssuchende kann eine Vergütung auch über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) der Bundesagentur für Arbeit erfolgen; ohne solchen Gutschein sind Vergütungsfragen vorab vertraglich zu klären. Daneben können Arbeitssuchende öffentliche Stellen wie die Bundesagentur für Arbeit als Anlaufstelle nutzen. Dass Unternehmen einen Personalvermittler beauftragen, kann verschiedene Gründe haben - etwa wenn intern nicht genügend Recruiting-Kapazitäten oder passende Suchkanäle vorhanden sind oder die zeitlichen Ressourcen fehlen.
Gute Mitarbeiter sind wertvoll
Die Mitarbeiterauswahl macht einen großen Teil des Erfolgs jedes Unternehmens aus. Deshalb sollte bei dieser Aufgabe besonders viel Sorgfalt an den Tag gelegt werden. Die Beauftragung eines Personalvermittlers verursacht zwar Kosten, kann sich aber durch eine passende und langfristige Besetzung wirtschaftlich lohnen. Da der Auftrag in der Regel vom Unternehmen ausgeht, ist dieses auch für die Vergütung des Personaldienstleisters zuständig.
Wer bietet Personalvermittlung an?
In Deutschland gibt es zahlreiche Anbieter - von regionalen Personaldienstleistern bis zu spezialisierten Personalberatungen. Bewerber und Unternehmen finden in vielen Regionen passende Ansprechpartner. Welche Personaldienstleistungen dabei angeboten werden, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Zu unterscheiden sind nicht nur große Personalvermittlungsagenturen und Zeitarbeitsunternehmen, sondern auch branchenspezialisierte Anbieter: Einige vermitteln Arbeitnehmer in vielen Berufen, andere fokussieren sich auf eine bestimmte Branche oder Qualifikationsstufe. Insgesamt ist der Markt über alle Berufsgruppen und Qualifikationsstufen hinweg vertreten - vom angelernten Helfer bis zur hochqualifizierten Führungskraft.
Ist Personalvermittlung Zeitarbeit?
Personalvermittlung und Zeitarbeit sind unterschiedliche Dienstleistungen. Bei der Personalvermittlung wird ein Kandidat direkt beim suchenden Unternehmen angestellt. Bei Zeitarbeit bleibt der Mitarbeitende beim Personaldienstleister angestellt und wird dem Kundenunternehmen vorübergehend überlassen. Beide Dienstleistungen unterstützen Unternehmen bei Personalbedarf, unterscheiden sich aber rechtlich und organisatorisch deutlich.
Bei Zeitarbeit zahlt das Kundenunternehmen dem Personaldienstleister den vereinbarten Verrechnungssatz; der Arbeitslohn wird vom Personaldienstleister als Arbeitgeber gezahlt. Ein Zeitarbeitnehmer ist also ein Mitarbeitender, der beim Personaldienstleister angestellt ist und beim Kundenunternehmen zeitlich begrenzt eingesetzt wird. Missverständnisse entstehen häufig dadurch, dass Personaldienstleister verschiedene Leistungen anbieten können - etwa Direktvermittlung, Arbeitnehmerüberlassung oder Recruiting-Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Recruiter gibt es in Deutschland?
Die Anzahl an Recruitern in Deutschland ist höher, als die meisten vermutlich annehmen würden. Recruiting hat sich in den letzten Jahren weiter professionalisiert. Hinzu kommt: Für viele Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden und einzustellen - entsprechend nutzen mehr Unternehmen die Dienstleistung eines Personalvermittlers. Eine offizielle, einheitliche Statistik zur Gesamtzahl der Personalvermittler oder Personalberatungsunternehmen in Deutschland gibt es nicht; das Spektrum reicht von Inhouse-Recruitern über inhabergeführte Personaldienstleister bis zu spezialisierten Personalberatungen.
Was kostet eine Personalvermittlung?
Die Kosten einer Personalvermittlung sind sehr unterschiedlich und richten sich nach zahlreichen Faktoren. In der Regel werden die Kosten vom Unternehmen getragen, sofern dieses einen Personaldienstleister beauftragt, um eine Stelle im Unternehmen zu besetzen. Der Arbeitnehmer selbst trägt bei der Personalvermittlung in der Regel keine Kosten. Wie der Preis für die Vermittlung eines Mitarbeiters berechnet wird, hängt von der jeweiligen Agentur, bzw. dem Personaldienstleister ab. Manche Agenturen berechnen hier eine zentrale Gebühr, die den Kosten- und Zeitaufwand abdecken soll. In vielen Fällen erhält der Personaldienstleister jedoch eine Provision vom Unternehmen. Diese richtet sich dann meistens nach dem Gehalt des jeweiligen Mitarbeiters. Nicht unabhängig davon ist selbstverständlich auch die Qualifikation. So wird bei hoch qualifizierten Fach- oder Führungskräften in der Regel eine höhere Provision fällig als bei einem angelernten Mitarbeiter im handwerklichen Bereich oder im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen.
Welche sind die größten Personalvermittler?
Wie in den obigen Abschnitten bereits erwähnt, wächst die Anzahl der Personalvermittler in Deutschland stetig an. Gerade große Agenturen liefern dabei eine zahlreiche Auswahl an passenden Unternehmen und Bewerbern. Die Top 10 in Deutschland sind derzeit Randstad Deutschland, Adecco, Persona Service, Manpower Group, Autovision, I.K. Hofmann, ZAG Zeitarbeits-Gesellschaft, Orizon, 7 (S) Personal-Gruppe, USG People