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Überlastung im Job - Das können Sie jetzt tun

Sie stehen vor einem Berg an Aufgaben und wissen nicht, wie Sie das schaffen sollen? Überforderung am Arbeitsplatz ist heute weit verbreitet. Die Gründe reichen von hoher Auftragslage über saisonale Spitzen bis zu unpassenden Prozessen im Unternehmen. Wichtig ist nur eins: rechtzeitig Abhilfe schaffen, bevor Sie krank werden oder das Unternehmen Schaden nimmt.

Risiko bei Überforderung

Eine Überforderung ist dann ernst, wenn sie kein kurzes Strohfeuer, sondern Dauerzustand ist. Darunter leidet zuerst Ihr Wohlbefinden, mittelfristig auch Ihre Leistung - und damit das Unternehmen.

Trotzdem trauen sich viele Arbeitnehmer nicht, das Thema anzusprechen. Sie möchten nicht als Versager dastehen, fürchten den Eindruck mangelnder Belastbarkeit oder im schlimmsten Fall sogar eine Abmahnung. Schweigen ist allerdings ein Fehler: Solange der Chef nichts weiß, kann er auch nichts ändern.

Vorgehen in drei Schritten

Wenn Sie das Gespräch suchen, gehen Sie vorbereitet rein. So bleibt der Eindruck souverän statt überfordert.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Klären Sie für sich selbst: Seit wann fühlen Sie sich überfordert? Ist die Arbeitsmenge schleichend gestiegen, oder gab es ein konkretes Ereignis? So unterscheiden Sie eine vorübergehende Phase von einem Dauerzustand und haben für das Gespräch belastbare Argumente.

Schritt 2: Reflektieren und Lösungen erarbeiten

Wenn Sie die Ursachen kennen, finden Sie oft schon selbst erste Lösungen. Vielleicht hilft eine andere Priorisierung - manche Aufgaben lassen sich streichen, delegieren oder verschieben. Manchmal lässt sich der Berg auch durch Kollegenhilfe abtragen.

Schritt 3: Gespräch mit dem Vorgesetzten

Wenn Schritt 2 nicht reicht, sprechen Sie Ihren Chef an - mit der vorbereiteten Analyse und mit Lösungsvorschlägen. So sehen Sie nicht aus wie jemand, der ein Problem abladen will, sondern wie jemand, der konstruktiv eine Lösung sucht.

Tipps für das Gespräch mit dem Chef

Vereinbaren Sie einen Termin

Kein Tür-und-Angel-Gespräch im Pausenraum. Bitten Sie um einen festen Termin. Sie müssen das Thema dafür noch nicht nennen - die Bitte um ein vertrauliches Gespräch reicht.

Senden Sie Ich-Botschaften

Pauschale Vorwürfe wie „Sie geben mir zu viel“ blockieren das Gespräch. Schildern Sie stattdessen, wie sich die Situation für Sie anfühlt und was sie auslöst.

Werden Sie konkret

Belegen Sie Ihre Wahrnehmung mit Beispielen. Wenn die tatsächliche Belastung im Widerspruch zu Vereinbarungen aus dem Arbeitsvertrag steht, können Sie das schwarz auf weiß zeigen.

Wechseln Sie die Perspektive

Hinter Ihrer Überlastung steckt fast nie böse Absicht. Auch Ihr Chef hat eine Agenda und viele Themen. Es geht im Gespräch nicht um Schuld, sondern darum, dass er Bescheid weiß.

Bringen Sie Lösungsvorschläge mit

Flexible Arbeitszeiten, Home-Office, andere Aufgabenverteilung - wenn Sie schon Ideen haben, legen Sie diese auf den Tisch.

Woran erkenne ich, dass ich überfordert bin?

Einzelne Symptome sind noch kein Beweis. Wenn aber mehrere Anzeichen gleichzeitig oder regelmäßig auftauchen, sollten Sie aufmerksam werden:

Die Zahl der Überstunden steigt, ohne dass die Aufgabenmenge wieder sinkt.

Sie können sich aufgrund von Dauerstress schlechter konzentrieren.

Die Auftragslage ist gestiegen, die Personalstärke aber gleich geblieben.

Die Krankenstände im Team steigen merklich.

Gründe für Überforderung

Die Ursachen sind vielfältig. Drei Muster begegnen einem besonders oft:

Permanente Erreichbarkeit durch Digitalisierung

Anfragen kommen nicht mehr nur per Telefon, sondern parallel über E-Mail, Chat und Messenger. Wer alle Kanäle sofort bedienen will, kommt zu seiner eigentlichen Arbeit nicht mehr.

Arbeitsverdichtung

Wenn die Personalstärke sinkt, der Output aber gleich bleiben soll, muss der Einzelne mehr leisten. Das ist auf Dauer nicht skalierbar.

Selbstorganisation und persönliche Faktoren

Manche Menschen können sich gut fokussieren, andere lassen sich leicht ablenken. Auch Perfektionismus spielt eine Rolle: Wer in jedes Detail eintaucht, schafft am Ende weniger Aufgaben.

Handlungsalternativen

Wenn das Gespräch keine Besserung bringt und die Situation ein Dauerzustand bleibt, haben Sie weiter Optionen. Ist die Phase absehbar zeitlich begrenzt, kann es sinnvoll sein, sie auszuhalten. Andernfalls hilft der Betriebsrat als Ansprechpartner. Bleibt auch das wirkungslos, ist ein Jobwechsel oft die letzte und einzige tragfähige Lösung.

Fazit

Überforderung am Arbeitsplatz ist heute keine Seltenheit mehr. Weil sie sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen schadet, sollten Sie sie ernst nehmen und ansprechen - mit Vorbereitung, konkreten Beispielen und Lösungsideen. Offene Kommunikation ist hier das A und O.

Quelle: karrierebibel.de/ueberlastung-am-arbeitsplatz

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