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Perfektion loslassen - 9 Strategien für ein gelasseneres Leben

Perfektionismus kann uns im Alltag nicht nur viel Zeit, sondern auch Lebensqualität rauben. Der Wunsch, keine Fehler zu machen und es allen recht zu machen, ist zum Scheitern verurteilt. Welche Ursachen Perfektionismus hat, welche Probleme er macht und wie Sie ihn überwinden, lesen Sie hier.

Gute und schlechte Perfektion

Perfektionismus ist nicht gleich Perfektionismus. Wissenschaftler unterscheiden zwischen gesundem und ungesundem Streben nach „perfekten“ Ergebnissen - mit sehr unterschiedlichen Folgen für Leistung und Wohlbefinden. Einen hohen Anspruch an sich selbst zu haben, ist erst einmal nichts Verwerfliches. Entscheidend ist der Antrieb dahinter.

Ungesunder Perfektionismus

Hier geht es weniger um „das Beste herausholen“ als um Fehlervermeidung um jeden Preis. Betroffene sehnen sich nach Anerkennung, sind sehr sensibel und handeln aus Angst vor dem Scheitern. Das blockiert Tempo und Lebensqualität gleichermaßen.

Gesunder Perfektionismus

„Gute“ Perfektionisten setzen sich hohe Maßstäbe und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Sie probieren Neues, übernehmen Aufgaben, machen statistisch mehr Fehler - weil sie mehr machen - und lernen aus jedem davon. Diese Einstellung ist langfristig der wesentlich produktivere Begleiter.

Typische Probleme von Perfektionisten

Neben dem Wunsch, Fehler zu vermeiden, hat Perfektionismus weitere unangenehme Begleiter - allen voran Prokrastination, weil eine Aufgabe nicht losgelassen wird, bevor die nächste angefangen werden darf. Vier typische Muster:

Viel Arbeit, trotzdem das Gefühl, faul zu sein

Perfektionisten arbeiten oft mehr als andere und gönnen sich selten Pausen oder Urlaub - empfinden sich selbst aber als unproduktiv. Das liegt daran, dass sie viel Zeit in Details investieren, die das Endergebnis kaum verändern.

Belastungsgrenzen werden ignoriert

Um ein Ergebnis bis zur Wunschvorstellung zu schleifen, werden Überstunden, freie Tage und Schlaf hintangestellt. Die kurzfristig „bessere“ Leistung kostet langfristig Substanz.

Wenig Kritikfähigkeit

Wer alles getan hat, um Fehler zu vermeiden, rechnet nicht mit Kritik - und nimmt sie persönlich. Statt zu lernen, wird das akribische Streben verstärkt.

Schwierige Teamarbeit

Andere müssen den gleichen Anspruch mitbringen, sonst möchten Perfektionisten lieber alles selbst machen. Aufgaben abzugeben fällt schwer - was Teams ausbremst und sie selbst weiter belastet.

Die Gefahr: gefangen im Hamsterrad

Das Streben nach perfekten Ergebnissen wird von Vorgesetzten oft geschätzt. Echten Nutzen hat das Unternehmen davon nicht. Viele Perfektionisten wollen sich selbst und ihrem Chef etwas beweisen - meist aus einem niedrigen Selbstwertgefühl heraus. Selbstbewusste Menschen wissen, dass Fehler dazugehören. Wer das nicht annehmen kann, landet im Hamsterrad: kontinuierliche Verbesserungsversuche ohne den gewünschten Effekt, bis sich erste Erschöpfungssymptome zeigen.

Das heißt nicht, dass Sorgfalt überflüssig ist. In Bereichen wie Flugzeugwartung oder Medizin ist sie unverzichtbar - hier geht es um Menschenleben. Aber ob ein Flyer zu 95 % oder 100 % der Wunschvorstellung entspricht, bewirkt am Ende keinen Unterschied in der Reaktion der Leser.

9 Ratschläge zur Überwindung von Perfektionismus

1. Behalten Sie den Fokus

Verlieren Sie sich nicht in Details. Behalten Sie das große Ganze im Blick - so wird das Projekt pünktlich fertig.

2. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken

Ärgern Sie sich nicht über kleine Pannen. Selbstzweifel mindern Ergebnisse und Selbstvertrauen. Bauen Sie lieber aus, was Sie können.

3. Bleiben Sie realistisch

80 % des Ideals reichen meist, um das Ziel zu erreichen. Realistische Erwartungen machen Sie sogar produktiver.

4. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen

Jeder hat andere Stärken und Schwächen. Vergleichen Sie sich allenfalls mit sich selbst.

5. Akzeptieren Sie Fehler

Aus Fehlern lernt man mehr als aus Erfolgen. Seien Sie dankbar für die Erfahrung statt frustriert über die Panne.

6. Lernen Sie, Kritik anzunehmen

Sie können noch so viel Zeit investiert haben - andere haben oft trotzdem Verbesserungsvorschläge. Das ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Perfektion schützt niemals vor Kritik.

7. Nehmen Sie Hilfe an

Aufgaben abzugeben oder um Unterstützung zu bitten ist eine Stärke, keine Schwäche - und führt oft zu einem besseren Ergebnis.

8. Verlieren Sie sich nicht in Details

Manche Aufgaben verleiten zum Überanalysieren. Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, wann es genug ist.

9. Verkomplizieren Sie es nicht, legen Sie los

Wer einfach anfängt, statt stundenlang zu planen oder zu zaudern, schafft am Ende meistens mehr.

Fazit

Perfektionismus hat oft wenig mit hohem Anspruch zu tun. Vielmehr ist er ein Muster, das das eigene Leben und die Zusammenarbeit mit anderen unnötig schwer macht. Mit ein paar bewussten Veränderungen lässt sich das im Alltag drehen.

Quelle: karrierebibel.de/perfektionismus

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