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Arbeitszeitmodelle

Besonders das Thema Arbeitszeit steht im Mittelpunkt politischer, gesellschaftlicher und rechtlicher Diskussionen. Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschmelzen immer mehr. Durch flexible Arbeitszeitmodelle können Arbeitnehmer ihren Arbeitsalltag flexibler einteilen und mit ihrem persönlichen Lebensbereich besser abstimmen. Die wichtigsten Arbeitszeitmodelle werden nachfolgend kurz beschrieben.

Was ist Jahresarbeitszeit?

Die Jahresarbeitszeit ermöglicht den Beschäftigten eine flexiblere Gestaltung der Beschäftigungszeit, indem die wöchentliche Arbeitszeit auf das ganze Jahr umgerechnet wird. Je nach aktuellem Arbeitszeitbedarf einer Firma wird dieser Wert zweckmäßig eingesetzt. Angestellte arbeiten nur bei betriebliche Bedarf. Sofern das Jahresarbeitszeitmodell realisiert wird, bietet es einige Vorteile sowohl für das Unternehmen als auch für die Beschäftigten. Bei geringem betrieblichen Arbeitsaufkommen können die Mitarbeitenden sich beim Jahresarbeitszeitmodell über mehr Freizeit am Stück freuen. Bei Hochbetrieb kann der Arbeitgeber auf einen temporären Mehraufwand seiner Beschäftigten zählen und somit besser die Kundenbedürfnisse berücksichtigen. Trotz der Arbeitszeitschwankungen wird bei diesem Modell ein gleich hohes Monatsgehalt gewährt, damit Beschäftigte bei wenig anfallender Arbeit ihren Lebensstandard trotzdem aufrechterhalten können.

Was ist Gleitzeitarbeit?

Bei der Gleitzeitregelung können die Beschäftigten selbst über Beginn und Ende ihrer Arbeitszeit bestimmen. Diese Entscheidungsfreiheit wird teilweise durch die sogenannte Kernarbeitszeit (Zeitraum der Anwesenheitspflicht) eingeschränkt. Die Rahmenarbeitszeit legt fest, in welcher Zeitspanne der Beschäftigte tätig werden darf.

Was ist Telearbeit und Home-Office?

Merkmal der Telearbeit ist es, dass die Beschäftigten ihre Tätigkeit nur partiell oder niemals im Unternehmen ausüben, sondern von diversen Firmenniederlassungen arbeiten. Arbeiten von zu Hause aus stellen eine besondere Art der Telearbeit dar, nämlich das Home-Office. Die Arbeitsmöglichkeit im Home-Office gewährt Arbeitnehmern mehr Flexibilität. Dieses Arbeitszeitmodell ist deshalb bei Personen mit Kindern häufig begehrt.

Was ist Vollzeitarbeit?

Vollzeitarbeit ist in der Praxis immer noch das häufigste Arbeitszeitmodell. Die wöchentliche Arbeitszeit wird auf fünf Tage in der Woche verteilt und beträgt im Durchschnitt 38 bis 42 Stunden.

Was ist Teilzeitarbeit?

Teilzeitarbeit tritt in verschiedene Ausprägungen auf. Alles, was die Vollzeitarbeit unterschreitet, kann allgemein als Teilzeitarbeit bezeichnet werden. In der Praxis treten folgende Teilzeitmodelle auf:

Was ist Jobsharing?

Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehrere Beschäftigte einen Vollzeitarbeitsplatz und somit auch aneinander gebundene Tätigkeiten und gemeinsame Verantwortlichkeiten. Dies ist in verschiedenen Ausprägungen möglich. Beim hybriden Jobsharing existiert für jeden Partner ein separater Einzelvertrag, während beim reinen Jobsharingmodell nur ein einziger Beschäftigungsvertrag vorhanden ist. Jobsplitting besteht, wenn eine Arbeitsstelle in zwei oder mehrere Teilzeitarbeitsstellen unterteilt wird und sich die Partner gegenseitig ergänzen. Topsharing ist Jobsharing in leitenden Beschäftigungen. Häufig besteht in ranghohen Positionen nicht die Chance, sich Teilzeit zu betätigen. Topsharing stellt hier eine Lösung dar. Intergenerationelles Jobsharing vereint zwei Altersgruppen: Partner mit wenigstens zehn Jahren Altersdifferenz teilen sich eine Arbeitsstelle. Die ältere Generation arbeitet die jüngere Altersgruppe ein, gibt ihr Wissen weiter und ist vielleicht über die Versetzung in den Ruhestand hinaus tätig, ohne einen 100%-Beitrag zu erfüllen.

Mit Jobsharing sind einige Vorteile verbunden:

Was ist Schichtarbeit?

Die Ausgestaltung der Schichtarbeit im Unternehmen bezeichnet man als Schichtmodelle. Das vollkontinuierliche Schichtmodell wird verwendet, wenn das Personal rund um die Uhr eingesetzt werden muss. Für Betriebe, die am Wochenende nicht arbeiten, ist das teilkontinuierliche Schichtsystem bestimmt. Schichtarbeit wird häufig von Unternehmen eingesetzt, die in der Produktion tätig sind. Deshalb finden Sie bei einer Zeitarbeitsfirma häufig auch Stellen mit Schichtmodellen. Für das Drei-Schicht-System sind dann meistens Frühschicht, Tagschicht und Nachtschicht vorgesehen. Schichtarbeit setzt bei den Arbeitnehmern ein hohes Maß an Flexibilität voraus und die Einteilung der Arbeitszeit kann von den Mitarbeitern häufig nicht frei gewählt werden.

Was ist Rufbereitschaft / Mitarbeiter auf Abruf?

Kennzeichen dieses Arbeitszeitmodells ist es, dass die Beschäftigten bedarfsweise eingesetzt werden. Das Modell kann einer schwankenden Beschäftigungslage besser Rechnung tragen. Eine feste Mindestarbeitszeit wird aber oft festgelegt. Für Beschäftigte auf Abruf wird ein Stundenguthaben für einen bestimmten Zeitraum vereinbart, über das der Arbeitgeber je noch Arbeitsanfall verfügen kann. Das festgelegte Stundenguthaben ist auch bei nicht erbrachter Arbeitsleistung zu vergüten.

Was ist Vertrauensarbeitszeit?

Bei der Vertrauensarbeitszeit können die Mitarbeitenden ihre Beschäftigungszeiten nach dem Arbeitsaufkommen selbst festlegen. Mitarbeiter müssen darauf vertrauen, dass der Arbeitgeber den Arbeitsumfang so steuert, dass dieser auch erledigt werden kann. Bei diesem Modell besteht das Risiko, dass die Vertrauensarbeitszeit dafür ins Leben gerufen wird, um notwendige Mehrarbeit unbezahlt zu lassen. Deshalb ist es notwendig, dass bei der Einbettung einer Vertrauensarbeitszeit das Mittel eines Überlastgesprächs mit eingeführt wird, das ein Beschäftigter verlangen kann, wenn nach seiner Meinung die notwendigen Beschäftigungsleistungen in der arbeitsvertraglichen Zeit nicht ausgeführt werden können. Die Vertrauensarbeitszeit ist insbesondere für Berufe geeignet, wo Beschäftigte die Arbeitsinhalte und Verfahrensweisen in hohem Maß eigenständig verrichten.

Vier-Tage-Woche – das zukünftige Arbeitsmodell?

Die Vier-Tage-Woche als lebensfreundlicheres Arbeitszeitmodell ist in einer modernen Leistungsgesellschaft zur Arbeitszeitflexibilisierung unverzichtbar. Um zu vermeiden, dass die reduzierte Arbeitswoche längere Arbeitszeiten zur Folge hat, werden die Löhne bei diesem Modell nicht gekürzt und die Wochenarbeitszeit wird von 40 auf 32 Stunden vermindert. Viel wichtiger als die geleistete Arbeitszeit sind für gute Arbeitsergebnisse Leidenschaft, Know-how und eine gute Work-Life-Balance. Eine Umstrukturierung und Planung sind natürlich bei einem Wechsel zu diesem Arbeitszeitmodell unverzichtbar. Durch optimierte Arbeitsabläufe und effizienter genutzte Arbeitszeiten können neue Strategien kreiert werden.

Das Arbeitszeitmodell bietet sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Vorteile. Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und Motivation nehmen bei Arbeitnehmern zu. Dies wiederum hat positive Auswirkungen auf das Unternehmen, weil die Arbeitnehmer eine höhere Leistungsqualität erbringen.

Fazit

Berufliche und private Lebenssphäre greifen, digital unterstützt, immer mehr ineinander. Arbeitnehmern und Arbeitgebern bringt die damit verbundene Flexibilität erhebliche Vorteile, aber es ergeben sich auch Probleme der Fokussierung, sowohl auf das Arbeitsgeschehen als auch auf das Private.

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