Aktuelle Studie: Atypische Beschäftigung verharrt auf hohem Niveau

Atypische Beschäftigung Vorteile Zeitarbeit

Die aktuelle Arbeitsmarkt-Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung stellt fest, dass die sogenannten „atypischen“ Beschäftigungen wie Teilzeit, Befristungen und Leiharbeit trotz leichtem Rückgang bei 21 Prozent Anteil der Kernwerbestätigkeit auf einem hohen Niveau verharren. 2,8 Prozent aller Beschäftigten arbeiteten laut dieser Untersuchung 2017 in Zeitarbeit. Einen Höhepunkt erreichten die atypischen Arbeitsverhältnisse 2007, als sie 22,6 Prozent für sich vereinnahmen konnten. Dass diese Art der Beschäftigungen im gesamtdeutschen Durchschnitt in den letzten Jahren zumindest leicht zurückgegangen ist, führt die aktuelle Hans Böckler-Studie auf die vergleichsweise gute Konjunktur zurück, die wieder vermehrt Normalarbeitsverhältnisse entstehen ließ.

Der Begriff atypisch ist für eine Beschäftigungsform auf dem Arbeitsmarkt allerdings durchaus unglücklich gewählt. So merkt Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), an: „Zeitarbeit ist eine feste, sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung. Das wird oft missachtet.“ Die Einordung der Zeitarbeit als „atypisch“ sieht er kritisch, da es die Leiharbeit als „unnormales“ Beschäftigungsmodell einordne. Problem: Dieser Titulierung liegt eine europaeinheitliche Regelung der Statistischen Ämter zugrunde, eine sprachliche Neuregelung dürfte sich als kompliziert erweisen.

In der Realität kann Zeitarbeit als sinnvolle Investition in die berufliche Zukunft bezeichnet werden. Schon jetzt sind 98% der Zeitarbeitnehmer Vollzeit beschäftigt, 83% dauerhaft angestellt und 99% erhalten einen DGB-Tariflohn. Wichtig: Zeitarbeitnehmer verfügen über die gleichen Rechte wie „normale“ Arbeitnehmer.