Personaldienstleisterbranche: Überdurchschnittlich viele Frauen in Führungspositionen

equal personal-Geschäftsführerin Manuela Schwarz über die Gleichstellung von Frauen und Männern in Führungspositionen, Teil 2

Frauen in Führungspositionen

Im ersten Teil wurde deutlich, dass weiterhin wesentliche Anstrengungen zur Gleichstellung der Geschlechter in Führungspositionen notwendig sind. Sowohl Unternehmen als auch Politik haben auf diesem Feld einiges nachzuholen.

Spannend wird es, wenn man im Vergleich zu den gesamtwirtschaftlichen Unternehmen explizit den Bereich der Zeitarbeitsunternehmen beziehungsweise Personaldienstleister betrachtet. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liegt der Anteil der Frauen in Führungspositionen in dieser Branche bei über 50 Prozent. Zum Vergleich: Auf dem deutschen Gesamtarbeitsmarkt schafften es nur 27 Prozent der Frauen, als Führungskraft tätig zu werden.

Warum gibt es nun ausgerechnet überdurchschnittlich viele Frauen als Personaldisponenten und in der Führung bei Personaldienstleistern? Die Tätigkeit als Personaldisponentin erfordert ein hohes Maß an Empathie, soziale Kompetenz, Diplomatie, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Fingerspitzengefühl. Darüber hinaus ist eine natürliche Kontaktfreudigkeit von Vorteil, ebenso Intuition und die Fähigkeit zum Multitasking. Diese Soft Skills bringen Frauen sehr oft schon aufgrund ihres Naturells mit. Die Zeitarbeit bietet aus meiner Sicht den optimalen Nährboden, um all diese positiven Eigenschaften einer Frau erfolgreich einzusetzen. Und da die Quote der Frauen im Bereich der Personaldisponenten schon sehr hoch ist, wächst folglich auch die Anzahl der weiblichen Führungskräfte.

Frauen sind den männlichen Kollegen aufgrund ihrer Soft Skills überlegen

Frauen sind aufgrund ihrer Soft Skills ihren männlichen Kollegen weit überlegen. Besonders in der Kommunikation unterscheidet sich das Vorgehen und Verhalten bei Frauen und Männern. Ein wichtiger Faktor, wenn man bedenkt, dass Führung zu 80 Prozent aus Kommunikation besteht.

Die gelebte Empathie von Frauen ist anders als die der Männer; weibliche Mitarbeiter haben ein besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen. Männer mangelt es häufig an Emotionalität, an Einfühlungsvermögen, in das direkte Hineinversetzen in das Gegenüber. In der Zeitarbeitsbranche geht es aber um Menschen, oft Menschen in realer Jobnot. Und genau an diesem Punkt sind diese Soft Skills, diese primär weiblichen Eigenschaften von Vorteil.

Fest steht auch: Selbstbewusste und kontaktfreudige Frauen bewerben sich vorrangig im Vertrieb oder im Personalbereich. Sie wollen zielgerichtet mit Menschen arbeiten, um ihre Emotionen und Empathie einzubringen. Für die Tätigkeit als Personaldisponentin benötigt man sowohl eine Affinität zum Vertrieb als auch zum Personal. In diesem Beruf kann man beide Bereiche perfekt verbinden. Für mich war diese Kombination vom ersten Tag an die Basis für meinen Traumjob, den ich noch heute mit Herzblut und viel Begeisterung lebe.

Führungskraft in Teilzeit: Top-Chancen in der Personaldienstleisterbranche

Wie schafft man es nun in der Zeitarbeit-Branche, auch in Teilzeit als Führungskraft erfolgreich zu sein? Ein Zauberwort heißt: flexible Arbeitszeitmodelle.

Mütter haben gelernt, gut zu strukturieren und zu organisieren, sie sind hochmotiviert und engagiert. Aufgrund der variablen Arbeitszeiten können Arbeitsalltag und Familienleben mit Kinderbetreuung gut aufeinander abgestimmt werden.

Wichtig ist aber auch: Als Führungskraft ist es zeitlich nicht möglich, alle operativen Tätigkeiten im Detail selbst umzusetzen. Ein Top-Leader zeichnet sich dadurch aus, dass er sein Team qualitativ hochwertig ausbildet, zielorientiert leitet und eine gute emotionale Bindung zu diesem Team herstellt. So kann jede Führungskraft die anfallenden Aufgaben auch in weniger als 40 Wochenstunden schaffen. Vorausgesetzt die Person ist bereit, eine gewisse Flexibilität mitzubringen. Denn: Wird man bei seinen Mitarbeitern gebraucht, muss man als Führungskraft vor Ort sein. Es ist somit essentiell, für die Betreuung eigener Kinder auf eine Art „Backup-Pool“ aus Familienmitgliedern und Freunden zählen zu können.

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