Integration: Mit Offenheit Hindernisse überwinden

equal personal Geschäftsführerin Manuela Schwarz arbeitet ehrenamtlich im iGZ-Vorstand, für den Integration ein großes Thema ist. Unter anderem schreibt Frau Schwarz für das Verbandsmagazin des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ): Z direkt! Damit ist Frau Schwarz auch ein Sprachrohr der Zeitarbeitsbranche. Das Magazin erscheint seit Januar 2005 viermal jährlich und greift fachspezifische Themen rund um die Zeitarbeitsbranche auf. Neben aktuellen Reportagen wird zudem kontinuierlich über die Aktivitäten des Verbandes und seiner Funktionsträger/innen berichtet.

Für die Ausgabe 03-2017 übernahm Frau Schwarz das Vorwort:

Es ist schon erstaunlich: Jeder fünfte beschäftigte Flüchtling arbeitet in der Zeitarbeitsbranche. Eigentlich eine Erfolgsmeldung, und dennoch nutzen Politik und Medien jede Gelegenheit, die Zeitarbeit zu diskreditieren, in den Schmutz zu ziehen und unter Generalverdacht zu stellen.

Wie keine andere Branche versteht es die Zeitarbeit, Menschen wieder eine Perspektive zu geben, ihnen Weichen zu stellen und sie durch Arbeit in die Gesellschaft zu integrieren. Längst ist Zeitarbeit nicht mehr nur ein Beschäftigungsverhältnis, sondern beinhaltet vielmehr auch ein starkes soziales Element.

Disponenten erledigen Behördengänge für die Zeitarbeitnehmer, kümmern sich um Deutschkurse, beraten bei privaten Problemen, organisieren Wohnunterkünfte, regeln An- und Abfahrten von und zum Arbeitsplatz und vermitteln mit betrieblichen Veranstaltungen in der Freizeit nicht zuletzt auch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl.

Der Umgang mit Sprachschwierigkeiten und sozialen Hürden gehören für die Zeitarbeitsbranche schon lange zum Arbeitsalltag – über ein Drittel aller Zeitarbeitnehmer hat einen Migrationshintergrund. Zwischenmenschliche Hilfe ist für die Unternehmen eine Selbstverständlichkeit – egal, ob ein Kindergartenplatz organisiert werden muss, oder ob ein ehemals Langzeitarbeitsloser erst einmal neu einzukleiden ist.
Und nicht selten zahlen die Zeitarbeitsunternehmen Ausgaben wie etwa für eine Hotelunterkunft, bis die passende eigene Wohnung gefunden ist, aus der eigenen Tasche.

Routine, die auch Bestandteil der Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen ist. Die iGZ-Mitgliedsunternehmen haben sich das auf die Fahnen geschrieben und sind damit auch Vorbild für die gesamte Branche.
Längst existieren praktische Beispiele zuhauf, wie sich die Zeitarbeitsunternehmen um die Neuankömmlinge bemühen. Einige davon werden in der neuen Z direkt! vorgestellt. Doch wie geht es den Flüchtlingen dabei und damit? Auch das hat die Z direkt!-Redaktion unter die journalistische Lupe genommen.

Das bittere Leid und die furchtbaren Erfahrungen von Flucht und Vertreibung lässt sich in Worten kaum schildern, sollte aber bei allen Flüchtlingsdebatten stets allgegenwärtig sein. Denn es gilt, diesen Menschen unbürokratisch zu helfen wieder auf die Beine zu kommen und die Tragödie ihrer Heimat zumindest ein bisschen vergessen zu machen.

Besonders auch deshalb sollte die Politik Hürden wie die Vorrangprüfung dauerhaft niederreißen. Denn die Zeitarbeitsbranche hat mit ihrem Einsatz eindrucksvoll demonstriert, dass man mit Freundlichkeit und Offenheit Hindernisse überwinden kann – was letztendlich allen zugutekommt. Aber darüber berichtet ja – bislang – niemand. Außer uns.